Lena Heun Den Blick nach vorne

Lena Heun über die Formel Karriere, Ziele und Sponsoring.

Talente gibt es viele im Motorsport. Frauen, die Talent mitbringen, sind rar gesäht. Im Rallye- oder Formelsport genauso, wie im Tourenwagen Bereich. In Deutschland gelten Ladies wie Ellen Lohr, Claudia Hürtgen oder Sabine Schmitz als eine seltene Gattung, die es geschafft hat.

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Alles unter Kontrolle

Lena Heun ist so ein Talent. Schnell, begabt, interessiert. Selbst sagt sie von sich: „Motorsport ist für mich eine Lebenseinstellung. Es ist nicht nur mein Hobby, sondern meine größte Leidenschaft.“ Stolz kann die 23 Jährige das mit verschiedenen Titeln und Achtungserfolgen belegen. „Frauen, so sagt Sie, haben es im Motorsport nicht gerade einfacher.“ Ein Sport, der eher dem anderen Geschlecht zugesprochen wird, ist trotz dem, oder gerade darum, kein Hindernis für Lena. Die Frage, ob dies eine besondere Motivation ist, beantwortet Sie mit einem Lächeln. Dass dies während der Rennen aufgesetzt wird, wenn sie eine Vielzahl an männlichen Konkurrenten hinter sich lässt, davon ist nicht auszugehen. Ob Siege immer noch etwas Besonderes sind, beantwortet sie mit einem zufriedenen grinsen.

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Sympathisch, schnell, ehrgeizig.

Nun gehört die aktuell Drittplatzierte des Rhein Main Kart Cup 2015 in der Klasse KZ2 nicht zu denen, die sich auf dem bislang Erreichten ausruhen würde. Zu viel Ehrgeiz steckt in ihr. Das selbst gesteckte Ziel, sich als im professionellen Motorsport zu etablieren erfordert eine professionelle Einstellung zu dieser Sache. In der Männerdomäne wird die gebürtige Gelnhäuserin nicht nur respektiert. Nein, dieser Respekt geht ein bisschen in Richtung „gefürchtet“. Denn egal was sie fährt und wo sie fährt. Es dauert nicht lange bis sie sich mehr als „nur“ zu Recht findet. Sind es die ersten Versuche in der Formel Renault 2.0 Interserie oder die Formel Renault 2.0 Northern European Cup (NEC). Ermöglicht wurde ihr Einsatz durch das Team Competition Inter Europol und Keese Motorsport. Quasi ohne Training ist es in dieser extrem hart umkämpften Nachwuchsserie kaum möglich, auf sich aufmerksam zu machen.

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Durchsetzungsvermögen in der Männer Dömäne Motorsport

Dies gilt nicht für Lena Heun, was keinesfalls an ihrem Geschlecht liegt. Geschickt, durch die gezeigten Leistungen im Regenrennen, machte Sie einmal mehr auf sich aufmerksam. Nicht der schwere Unfall bei Tempo 180 Km/h am Samstag ist gemeint. Eher die Tatsache, mit mäßigen Erfahrungen des neuen Untersatzes, sowie unterlegenem Material, resultierend aus dem verfügbaren Budget, das Feld trotz dieses Unfalls von Hinten so aufzumischen.Ihr Anspruch muss es sein, dass noch viel Adrenalin durch ihren Körper stößt, während sie Fahrzeuge in hohen Geschwindigkeiten durch die Kurven scheucht. Dabei helfen würden Sponsoren. Denn Motorsport kostet Geld. Das gilt es zu investieren. Bei dem Gegenwert, den die authentische und sympathische dazu schnelle Hessin erbringt, müssten die regionalen Sponsoren eigentlich Schlange stehen.

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Sponsoring erwünscht.

Die traurige Wirklichkeit sieht anders aus. Sponsoring ist das Problem, dass es zu lösen gilt. Um den nächsten Schritt zu machen, werden Partner benötigt. Der Ansatzpunkt: Eine Frau im Motorsport bekommt eine ganz andere Aufmerksamkeit in den Medien. Besonders, wenn sie so erfolgreich ist. Ein ganz wichtiger Punkt für Geldgeber. Im Prinzip wurde bis zu diesem Zeitpunkt das Maximum mit den verfügbaren Mitteln rausgeholt. Nationale und internationale Aufmerksamkeit konnte erregt werden. Nun soll der Weg wie bis hier weiter gehen mit weitere Siegen und Meisterschaften. Das fahrerische Potential ist vorhanden, der Wille ist da. Lenas Weg wird weiter nach oben gehen.

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Interview mit Lena Heun: “Liebend gerne eine ganze Saison….”

ingoblog.de: Schnellste Runden des Rennes zu fahren, einfach ein „Nice to have“ oder mehr?
Lena Heun: Am Ende gilt der Sieg – aber natürlich möchte man auch die/der Schnellste sein! Da es für die schnellste Rennrunde auch immer einen Extrapunkt gibt, kann der am Ende entscheidend sein. Von daher: Vollgas „Lena grinst“

ingoblog.de: Lena, reicht es nicht „nur“, Rennen zu gewinnen oder Meisterschaften einzufahren?
Lena Heun: Bei einem einzelnen Rennen kann man zumindest zeigen was man kann. Man kann sich behaupten. Evtl. sagt einem aber auch nur gerade diese Strecke zu oder gerade diese Wetter-/Streckenverhältnisse, vielleicht hat man genau an diesem Tag Mega-Pech. Eine ganze Meisterschaft ist die Summe mehrere Erfolge und demnach viel aussagekräftiger.

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Wohin führt ihr Weg im Motorsport.

ingoblog.de: Wie ist die Meinung? Frau am Steuer oder Respekt vor dem weiblichen Geschlecht?                                                                                   Lena Heun: Also ich denke, dass ich nicht mehr leisten muss. Wenn man gewinnt, gewinnt man. Ich denke nur, dass es etwas länger braucht bis man das Image “Frau am Steuer” endgültig abgelegt hat. Leider klingt das immer wieder durch und LEIDER bestätigen das ja auch die Ein oder Anderen. Aber generell würde ich die Frage mit NEIN beantworten. Leistung ist Leistung. Punkt.
ingoblog.de: Deine Lieblingsstrecke ist Spa Franchochamps. Was hat diese Strecke, was andere nicht haben?
Lena Heun: Kurz und knapp. Speed! Nix für weiche Nerven. Augen zusammenkneifen und durch.

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Vorsprung ist keine Seltenheit.

ingoblog.de: Auch der schwere Unfall 2012 beim Gasteinsatz in der Formel Renault 2.0 Northern European Cup (NEC) kann das nicht ändern?
Lena Heun: Der Unfall resultierte nicht wegen des Speeds sondern wegen der elektronischen Schaltprobleme, die das Hinterrad bei 180km/h blockieren ließen. Sonst wäre ja nix passiert. Spa ist und bleibt mein Favorit.

ingoblog.de: 2012 im Formel Renault 2.0 gleichen Startplatz 2 in der Lausitz, der auch bis ins Ziel verteidigt werden konnte. Überrascht, so gut zurecht zu kommen?
Lena Heun: Ja, schon ein wenig. In der Lausitz war es leichter aber super fand ich meinen Einstand in der NEC. Damit hätte ich nicht gerechnet. Meiner Meinung noch vor der F4 eine der stärksten Nachwuchsserien. Dort nicht das Schlusslicht zu machen, neben Fahrern die Hunderte mehr Testkilometer auf dem Buckel haben, war schon super.

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ingoblog.de: Und im zweiten Lauf von Startplatz 21 wieder auf Platz Zwei. Das ruft doch nach einer ganzen Saison, oder?
Lena Heun: Da wurde was verwechselt. Das war in der Lausitz. In der NEC habe ich nicht den 2. Platz erreicht. Ich meine es war 12. Aber liebend gerne eine ganze Saison….

ingoblog.de: Nach deinem Sieg im Regenrennen 2013 in Wackersdorf: Kommt dir und deinem Fahrstiel der Regen entgegen?
Lena Heun: Das Fahren im Regen kam mir schon immer sehr entgegen. Als Kind bin ich stundenlang mit Slicks gefahren – bis der Sprit leer war. Das fand ich immer klasse. Und fördert das Fahrgefühl. Oder auch den „Popometer“. „Grinst ein wenig”

ingoblog.de: Respektabel ist deine Förderung des Nachwuchses. Wie kam es dazu?
Lena Heun: Da es ja nicht wirklich danach aussieht, die eigene Karriere voran zu treiben, habe ich beschlossen den Nachwuchs zu fördern. Mit Fabian Kampfmann zusammen entstanden deshalb 2014 die ROOKIES, angefangen mit 4 Kindern. Heute sind wir 30. Wir mussten vor kurzem einen Aufnahmestop einführen, weil wir für mehr Kinder keine Kapazitäten mehr aufweisen können. Für die Zukunft sind privat noch weitere Projekte geplant, mehr möchte ich dazu noch nicht sagen. Infos folgen noch dieses Jahr „zwinkert“

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Alles im Griff

ingoblog.de: Apropos Förderung, wie schwer ist es, nach deinen beachtlichen Erfolgen, Sponsoren für sich zu interessieren?
Lena Heun: Man braucht jede Menge Ehrgeiz, gutes Durchhaltevermögen und vor allem Geduld. Eine gute Präsentation. Einen guten Auftritt. Eine gute Überzeugung von sich selbst. Und wenn man dies alles hat, ist es immer noch übermäßig schwer. Man möchte halt keinen Satz Trikots für die nächste Fußballsaison, sondern eine fundamentale finanzielle Unterstützung. Und nun erkläre der Firma warum sie einen Sechsstelligen Betrag gerade für dich ausgeben soll.

ingoblog.de: Mit Kartsport begann alles, Ziel ist ein Monoposto. Du sagst von dir, „Ich will ich als Frau im professionellen Motorsport etablieren. Waren auch andere Rennserien interessant (VLN,GT Masters, DTM)?
Lena Heun: Natürlich. Als Kind/Jugendliche wollte ich immer in die F1. Heute sage ich, warum? Die F1 ist für mich nicht mehr spannend, es fließt ein Haufen Kohle aber wo ist der Sport geblieben? Ich denke DTM ist weitaus spannender.

 

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43. 24h Rennen Nürburgring vom 14.05. bis 17.05.2015. Das letzte große Abenteuer im Rennsportkalender

Fanproteste, Razzien, Demonstrationen um den Ring, keine Formel 1, Rock am Ring zieht um zum Flugplatz Mendig, die hohen Preise für Teams, Der Ring – Grüne Hölle Rock 2015 auf Schalke….. Leidensgeschichten über den geliebten Nürburgring.

Alle Probleme werden für vier Tage beiseite geschoben. Denn die schönste Rennstrecke der Welt rief zur 43. Auflage des Klassikers zwei Mal rund um die Uhr. Anspruchsvoll für Fahrer und Teams, begeisternde Landschaft rund um die Strecke und beste Blicke auf die Strecke für die Zuschauer. Medienvertreter aus der ganzen Welt berichten über dieses einmalige Spektakel. Seit 1970 folgen Jahr für Jahr viele Zuschauer, inzwischen im sechsstelligem Bereich, dem Ruf der Grünen Hölle. Ein Autorennen, dass für viele mehr als nur das ist. Es ist ein Abenteuer, für das es keine Worte gibt. Egal welches Geschlecht, egal welche Religion, egal welche Nationalität, egal welche Hautfarbe. Am Start: 690 Fahrer aus 35 Ländern verteilt auf über 150 Fahrzeugen und eine Markenvielfalt, die einzigartig ist.

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Gute Idee, einfach umgesetzt. Der Grill im VW Transporter

Die Geschichte wäre schnell erzählt. Die Teilnahme an diesem Rennen läuft über eine Qualifikation. Danach werden die Starpositionen rausgefahren, die TOP 30 Starter dann in einem separaten spannenden Qualifying ermittelt. Der Start ist Samstags 16:00 Uhr und das Ende Sonntags 16:00 Uhr. Das Fahrzeug, dass die meisten Runden in diesem Zeitraum fährt, gewinnt. Gewertet werden alle Fahrzeuge, die mindestens 50% der gefahrenen Runden des Siegerautos geschafft haben, und, ganz wichtig, maximal 20 Minuten nach dessen Zielankunft aus eigener Kraft die Zielflagge sehen. Werke, Hersteller und Zulieferer nutzen diese Veranstaltung inzwischen verstärkt aus Gründen des Marketings. Ein unglaubliches Medieninteresse von Radiostationen, Fernsehteams oder der schreibenden Zunft. Und so weiter, und so weiter.

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Der Weihnachtsbaum für Männer.

So einfach ist es aber nicht. Nein, es ist viel mehr als ein Rennen. Emotionen, Freud und Leid, Gänsehaut bei der Einführungsrunde und besonders bei den letzten Runden, Freudentränen bei der Zielankunft und und und. Der allgegenwärtige Geruch für Fahrer und Fans von Lagerfeuer und Gegrilltem. Die Geräusche der hetzenden Rennwagen. Dazu Musik und Party rund um diese einzigartige Rennstrecke. Mechaniker die gegen die Müdigkeit kämpfen um ihr Fahrzeug möglichst schnell wieder ins Rennen zu bringen.

 

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Stimmung zum Rennbeginn im Hatzenbach

An den Start gehen Söhne von Vätern, die bereits vor zehn, zwanzig oder dreißig Jahren daran teilgenommen, oder es sogar gewonnen haben. Oder sie fahren mit oder gegen die Väter. Es sind viele Geschichten, die dieses Rennen auszeichnen und so einzigartig und populär machen.

 

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Der Flair bei diesem Abenteuer ist atemberaubend.

In diesem Jahr trennten den Sieger Audi WRT mit Christopher Mies, Laurens Vanthoor, Nico Müller und Edward Sandström gerade mal 40 Sekunden vom zweitplazierten BMW Team Marc VDS um Lucas Luhr, Maxime Martin, Markus Palttala und Richard Westbrook. Innerhalb von 24 Stunden wohlbemerkt. Den dritten Platz auf dem Podium verdiente sich der Falken Porsche mit Peter Dumbreck, Martin Ragginger, Alexandre Imperatori und Wolf Hensler. Hart umkämpft war die 43. Auflage sicherlich. Viele Teams, die in der Lage waren, in diesem Jahr diesen Klassiker zu gewinnen, schieden vorzeitig aus.

 

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Team Premio mit Heyer, Frommenwiler, Huff und Krognes beim Funken sprühen im Schwalbenschwanz

Unangenehm ist wie so oft bei Groß- veranstaltungen, ist der Müll. Hier hat der Nürburgring vorgesorgt. Die bereitgestellten großen Container machten es für die Camper einfach, das Gelände so zu verlassen, wie es vorgefunden wurde. Klappt zwar nicht in allen Fällen, aber meistens. Einzig die Frage der Getränkedosen. Früher waren sie begehrtes Objekt für Sammler. Lagen die im Wald herum oder steckten als Trophäe im Zaun fest, liegt das Objekt der Begierde heute total zertreten herum. Gut, solange das Pfandkennzeichen auf der Verpackung erkennbar ist, muss der Einzelhändler  diese Dosen zurück nehmen. Nur hat sich diese Verpackungsverordnung offenbar noch nicht  ganz herum gesprochen. Anders ist die Vielzahl an kaputten kleinen Dosen nicht zu erklären, die den Weg zierten.

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Breitscheid am Donnerstag

 

Doch  stellt sich hier die Frage, warum der Verursacher nicht gleich zum Mülleimer laufen konnte? So klein, wie viele der Dosen auf dem Boden herumlagen oder in den Fangzäunen rund um die Strecke gesteckt haben, steckt da viel „Liebe im Detail“.

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Der Donnerstag war verregnet. Die Helfer trotzdem immer auf der Höhe.

Trotzdem steht fest, dass die „Adenauer Festspiele„  eines der letzten Abenteuer im Rennsportkalender sind. Festzumachen an dem Aufwand, den viele der Besucher betreiben. Sind es die originellen Hochsitze, deren Bausubstanz eigens mitgebrachter Stahlgerüste dienen. Inmitten von Zeltstätten, im Mittelpunkt das Lagerfeuer, ein Grill, oder in luxuriöser  Ausführung des Nachtlagers gar ein Turm aus Boxen, dessen Anlage mit einem Notstromaggregat für eine 24 Stunden Beschallung über vier respektive noch mehr Tagen für Aufmerksamkeit sorgt. Und jedes Jahr werden die Abenteurer ideenreicher. So manche Ideen hätten gute Aussichten, in die „Hall of Fame“ so mancher Erfinderbörse vorzustoßen.

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Das Siegerauto Mies, Sandström, Mueller und Vanthoor am Donnerstag beim Training

Ein reichhaltiges Rahmenprogramm wie die Falken Driftshow, die WTCCC, das 24-Stunden-Classic, der Porsche-Carrera-Cup sowie Veranstaltungen für die Zuschauer lassen Rennsportfans höher schlagen. Im Vordergrund aber steht das 24h Rennen mit seinen Partys in der schönen Eifel rund um die Strecke. Eine Woche Spaß bedeutet diese Woche im Jahr. Umso trauriger, was derzeit alles über den Nürburgring zu lesen ist. Und doch, bleibt jedem die überragende Atmosphäre dieses einzigartigen Events 24h Rennen in Erinnerung, dass mit all seinen Facetten Jahr für Jahr ganz vielen Menschen Freude und Spaß bereitet. Was sich dadurch ausdrückt, dass auch im Folgejahr die Zuschauerzahlen konstant bleiben.

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Braucht keine Worte…..

Von : Ingo Lankes

Der unregulierte Finanzmarkt und die Folgen bei der EZB Eröffnung März 2015

Wer kann es schon gut finden, dass die EZB mit Mario Draghi an der Spitze marode Staatsanleihen kauft,  während sein Sohn Giacomo Zinshändler bei Morgan Stanley ist und sein Geld damit verdient, indem er mit Wetten, meist mit oder gegen de Euro, handelt. Diese zielen darauf, wie sich Zinsen entwickeln könnten. Morgan Stanley hat seitdem Draghi EZB-Ratsmitglied und Präsident wurde, traumhafte Vorhersagen zur Geldpolitik der EZB erzielt und dabei Milliarden mit Derivaten verdient. Umsätze sind gut für ein Unternehmen. In diesem Fall bleibt jedoch ein extremer Beigeschmack.

Allerdings rechtfertigt das nicht diese Zustände im März 2015 in Frankfurt. Wie müssen sich Menschen fühlen, die derartige Ausschreitungen unterstützen oder gar anzetteln? Vielleicht auch nur enttäuscht von der Politik, die diesem Treiben, der Finanzwirtschaft, tatenlos zuschaut? Oder von der Weltengemeinschaft, die  leider, oder bewusst, keine einheitliche Reglung für den Finanzmarkt finden kann, oder will? Damit diese ungeheuerlichen Wetten oder sonstigen Konstrukte aus der Finanzwelt, die vor wenigen Jahren noch mit Milliarden an Steuergeldern gestützt werden musste, endlich ein Ende finden. Währenddessen gingen die fetten Bonuszahlungen, trotz und Dank der erhaltenen Steuergelder, munter weiter.

Die Finanzwelt strickt sich immer wieder eigene neue Produkte, bei denen selbst die Konstrukteure kaum noch den Überblick behalten. Eigentlich dazu gedacht, dass sich Unternehmen am Markt Geld für das eigene Wachstum beschaffen können, stehen nun mehr und mehr die Gewinne der Banken und Investmenthäuser im Vordergrund, ohne Rücksicht auf Unternehmen oder Währungen. Egal welche negativen Auswirkungen ihre dunkele Geschäfte auf die Wirtschaft hat. Zum Frust der Aktivisten und inzwischen großen Teilen in der zivilisierten Weltbevölkerung, machen die Finanzmärkte weltweit Milliarden Umsätze, wenn es einem bestimmten Unternehmen oder der Währung so richtig schlecht geht. Mit dem Ziel, die eigenen Gewinne deutlich zu forcieren. Das es dazu kommt ist einfachste Mathematik und von der Finanzwelt simpel zu beeinflussen. Es braucht  keine große Weitsicht, dass dies, ein bisschen nachhelfen vorausgesetzt, eintrifft und schnell werden eigene Gegenwetten dazu platziert. Endlich eingetroffen, wankt das Unternehmen, während die eigenen Umsätze und Gewinne an den Kapitalmärkten nur so sprudeln.  Die Börse Frankfurt erwirtschaftete 2014 einen Nettoerlös(abzüglich volumenabhängiger Kosten) von 2.043,0 Mio Euro. Dies ist ein Anstieg von 7% gegenüber dem Vorjahr. Zu beachten dabei, die Börse hat keine eigenen Produkte. Sie stellt nur den Handelsplatz zur Verfügung.

Es geht den Menschen einfach zu weit. Erst wenigen, doch die Anzahl der Enttäuschten steigt stetig. Und dank modernsten mobilen Kommunikationsmitteln und sozialer Netzwerke gibt es optimale Möglichkeiten,  solche Aktionen, wie bei der EZB Demo am 18.03.2015 in Frankfurt, zu schüren. Prinzipiell ist es gut, wenn Menschen auf fragwürdige Vorgänge in der Welt hinweisen wollen.

Das schlechteste Beispiel  ist aber diese Gewalt der Demonstranten und die Bilder, die während dieser Aktion in die Welt gesendet wurden.  Leider erscheint eine friedliche Demonstration den wütenden Aktivisten nicht medienwirksam genug. Hier fehlt der Kick. Die Aufmerksamkeit ist zu gering. Schädlich ist diese Gewalt allerdings in den Augen der Betrachter. Denn dabei geht die, vielleicht gute Sache für die man sich einsetzt, schon fast unter. Darüber hinaus entstehen Kosten für diese mutwillige Zerstörung.  Zwar zeigt das die herrschende Wut in Teilen der Gesellschaft gegen die Kapitalgesellschaft. Nur lösen muss man das auf anderer Ebene. Bestenfalls findet die Weltengemeinschaft eine politische Lösung, so dass dem Finanzmarkt die Lust an ihrem Treiben vergeht.